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Endbericht Yvonne Schrade
Abschlussbericht meines
persönlichen Kenia- Märchens:
August 2010 bis Januar
2011
Es war einmal ein junges Mädchen aus dem schönen
Schwabenländle mit einem großen Traum, der nach ihrem erfolgreich
abgeschlossenen Abitur auch endlich wahr werden sollte:
Schon viele Jahre liebäugelte
sie mit dem Gedanken 23 Wochen in einem kenianischen Kinderhilfsprojekt
mitzuarbeiten und erfuhr durch Internetrecherchen von dem „Saidia kwa Moyo“-
Waisenhaus in Kilifi, was ihr auf Anhieb sympathisch erschien. Sie bewarb sich
und schwubdiwub war sie ab August 2010 eine der damals insgesamt 3
Volontärinnen, die sich mit viel Liebe und Kreativität den 28 Kindern des
Projekts hingaben.
Die ersten Eindrücke des für sie noch unbekannten Landes,
machten sie vorerst sprachlos, denn trotz aller Vorbereitung mit Bildern, Filmen
und Texten, wirkte Kenia bzw. Mombasa und Kilifi mit all den Gerüchen,
Geräuschen und Menschen, ganz anders als erwartet auf sie, denn plötzlich wurde
ihr bewusst, dass sie nun das nächste halbe Jahr ein Teil dieser Kultur und
dieses Landes sein wird.
Die Kinder im bunten,
kindgerechten, freundlich und liebevoll hergerichteten Heim, schloss sie sofort
in ihr Herz, denn obwohl die meisten von ihnen bereits Unglaubliches in ihrem
kurzen Leben erleben mussten, waren sie so aufgeschlossen, lebenslustig und
zauberten ihr mit ihrem Lächeln und ihrer Art im Handumdrehen ebenso ein Lächeln
ins Gesicht.
Selbstverständlich war dem Mädchen bewusst, dass Kinder
teilweise auch trotzig und unkooperativ sein können und so wurde ihr
Nervenkostüm, das zum Glück noch sehr belastbar war, auch das ein oder andere
Mal beansprucht:
Beispielsweise als ein
Kindergartenkind ( aus Schutz vor der Privatsphäre werden an dieser Stelle keine
Namen genannt J), sich weigerte seine Schreib- und Rechenübungen zu
absolvieren und es bevorzugte auch nach dem 36 Mal auffordern, bockig zu sein
und lieber die kenianische Nationalhymne mit verschränkten Armen und einer
Schnute zu singen.
Oder wenn ein anderer kleiner
Junge zum wiederholten Male seine Schuhe weder anzieht noch an den richtigen
Platz legt und es vorzog sich zu verdünnisieren, meistens auf Bäumen, wenn er
wusste es droht eine Standpauke.
Aber das Mädchen stellte fest,
dass genau die in der Situation so anstrengenden Momente, im Nachhinein mit am
Schönsten waren, denn genau solche Szenen blieben ihr im Kopf und wenn sie daran
dachte, hatte sie stets etwas zu lachen.
Natürlich dachte sie auch noch oft an die unzähligen
schönen Erlebnisse des Alltags und des Wochenendes, die Alles in Allem eindeutig
überwogen, mit den kleinen Rackern zurück:
Zum Beispiel als allesamt
eingepackt wurden und einen wundervollen Nachmittag am weißen Sandstrand und im
tiefblauen Indischen Ozean mit Picknick und jeder Menge Spaß verbrachten. Oder
als eine handvoll Kinder begeistert das „Fliegerlied“ in den Ferien-
Deutschstunden sangen und tanzten. Genauso gern erinnerte sich das Mädchen an
kleine Aktionen, die den Alltag so wertvoll gestalteten, wie das Plätzchen
backen, die Filmabende, das Singen und Lachen, die mal mehr und mal weniger
action- reichen Querbeet- Spiele (von Plumpssack über Gamsch hin zu Volleyball
oder Völkerball) und nicht zu vergessen die Spaziergänge, das Malen und Basteln,
das Schaukeln,…
Eines jedoch blieb für das Mädchen unvorstellbar: Sie war
die einzig Hellhäutige, die mit vollem Genuss und gerne die leckeren, kleinen,
in Fett gebratenen Fische, genannt Kumbus, verspeiste. Allerdings stellte es für
sie kein Problem dar, sich mit dem Gedanken zu arrangieren, dass sie jeden
Dienstag die einzig Weiße im Heim war, denn so standen mehr Kumbus für sie zur
Verfügung.
Während der Schulzeit genoss das Mädchen sehr einem ihrer
Hobbys, dem Kochen, nachgehen zu können. Das Mädchen fand richtig Gefallen am
Zubereiten von Sima, etc. und sammelte dadurch einige Pluspunkte vor allem bei
Mama Grace, die sie gegen Ende ihre Aufenthalts sogar in Kenia verheiraten
wollte und bereits die leer stehende Nachbar- Lehmhütte für das zukünftige zu
Hause der hoffentlich bald folgenden Schoko-Babys ausgesucht hatte.
Leider war das Mädchen durch
das Aufwachsen in Deutschland schon zu emanzipiert, um sich ein dauerhaftes
Leben in einer Lehmhütte vorstellen zu könnenJ.
Für das Mädchen persönlich war ihr Kenia Aufenthalt im
Waisenschloss…äh –hausJ, das gleichzeitig wohl größte Abenteuer und schönste
Märchen, das es je erlebt hat.
All die unvergesslichen
Erlebnisse und Momente wird ihr niemand nehmen können und sie möchte sie unter
keinen Umständen missen.
An dieser Stelle möchte das
Mädchen ein riesengroßes DANKESCHÖN an das Königspaar Helmut und Petra
aussprechen, die ihr diese Erfahrungen, die eindeutig eine Bereicherung für ihr
Leben darstellen, erst ermöglicht haben.
Das Mädchen ist sich sicher, dass es auf jeden Fall nicht
das letzte Mal in Kenia war und freut sich bereits jetzt auf ihr Kenia- Märchen
Teil 2!
Und wenn sie nicht gestorben ist, dann lebt sie noch
heuteJ
Ende
von Yvonne
Schrade
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