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Endbericht Sabine Ruetten
jetzt ist meine Zeit bei Saidia kwa Moyo schon vorbei und ich durfte sehr
schöne und viele Erfahrungen in diesen drei Monaten sammeln.
Ich bin
nach Afrika gekommen, ohne mir im Vorhinein viele Gedanken darüber zu machen,
was mich wohl erwarten wird. Das lag auch an der Situation, dass ich bis Ende
Mai mit meinen Abschlussprüfungen beschäftigt war. Ich bin mit einem mulmigen
Gefühl in das Flugzeug eingestiegen und hatte noch mit meinem
Abschiedsschmerz zu kämpfen, da ich noch nie so lange alleine von zu Hause
weg war. Durch den herzlichen Empfang von Petra und Helmut am Flughafen
habe ich mich direkt wohl gefühlt und so konnte mein Projekt Afrika ohne
Probleme starten.
Schon die Fahrt vom Flughafen in Mombasa nach
Kilifi hat mich sehr beeindruckt. Die vielen Menschen die am frühen Morgen
schon auf den Straßen waren um zu ihrer Arbeit zu gehen, die vielen kleinen
Marktstände, an denen Obst und Gemüse verkauft wird und die für Afrika so
typischen Lehmhütten, die wir gesehen haben. Das alles sind Bilder von Afrika
die mir immer in Erinnerung bleiben werden, weil sie so schön und zugleich so
anders zu Deutschland sind.
Im Waisenheim angekommen wurde ich
auch schon von den ersten Kindern freundlich in Empfang genommen. Alle Kinder
haben sich mit Namen vorgestellt, doch ich habe mindestens zwei Wochen
gebraucht, eh ich sie dann alle auseinander halten
konnte.
Besonders in Erinnerung werden mir unsere
vielen Strandspaziergänge bleiben, die wir Volontäre und die Kinder immer
sehr genossen haben. Es war ein überwältigendes Gefühl, das erste Mal am
Strand in Afrika zu sein, am indischen Ozean mit dem schönen weißen
Sandstrand.
Die Kinder haben sich immer sehr gefreut, wenn es hieß
„Wer hat Lust mit an den Strand zu gehen“ Die Kleinen waren immer direkt
Feuer und Flamme, am meisten haben sie sich darüber gefreut, wenn wir zum
Schwimmen an den Strand gegangen sind. Dann wurde im Wasser mit uns getobt
oder am Strand gespielt.
Aber auch über einfache Spaziergänge zum
Meer haben sich die Kinder immer gefreut. Dort haben wir dann Muscheln
gesammelt oder auch einmal Drachen steigen lassen.
Da wir meistens
nur mit den Kleinen unterwegs waren, war es auch für uns ein Highlight wenn
auch die Großen sonntags mit an den Strand gekommen sind.
Die
Mädels sind einfach gerne was am Strand spazieren gegangen, währenddessen die
Jungs Fußball gespielt haben oder auch am Wasser entlang spaziert
sind.
Auch die Fußball WM in Afrika erleben zu dürfen war
ein besonderes Highlight. Gerade an den Tagen als die deutsche
Nationalmannschaft ein Spiel hatte und alle Kinder mit ins Privathaus
gekommen sind um diese Spiele zu schauen war die Stimmung besonders gut. Bei
jedem Tor, das die Mannschaft für Deutschland geschossen hat wurde die
deutsche Fahne geschwenkt und von uns und allen Kindern lautstark bejubelt.
Eine Situation, bei der ich immer wieder schmunzeln muss ist die,
als gegen Ende eines Fußballspiels ist der Strom im Privathaus ausgefallen.
Wir haben den Kindern dann gesagt sie sollen sich ihre Schuhe anziehen und
dann zurück ins Waisenhaus gehen. Als alle Kinder ihre Schuhe anhatten und
grade losstarten wollten, ging der Strom plötzlich wieder an. Als die Kinder
hörten, dass der Fernseher wieder an war sind sie alle wieder zurück
ins Wohnzimmer an ihre Plätze gelaufen und haben das Spiel weiter verfolgt,
so als wäre gar nichts passiert.
Was auch für alle
Kinder und uns Volontäre immer besonders schön war, waren die
Geburtstagsfeiern von den Kindern. Es wurde entweder Kuchen gekauft oder wir
haben den Kuchen im Waisenheim selber gebacken. Nach dem Abendessen war es
dann immer so weit. Es war immer eine sehr schöne Stimmung wenn die Kinder
gesungen und getanzt haben um das Geburtstagskind zu beglückwünschen.
Die Art wie der Kuchen an alle verteilt wurde war für mich eine
neue Erfahrung, die ich aus Deutschland so nicht kannte. Es wird jedem
das Kuchenstück mit der Gabel angereicht und mit dem Mund angenommen.
Vielleicht ist das ja auch etwas was man in Deutschland übernehmen könnte.
J
Eine ganz
neue Erfahrung für mich und eine sehr ungeliebte Aufgabe der Kinder war das
wöchentliche Reis sortieren. Eine Arbeit die aber gemacht werden muss und die
sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Es hat uns jeden Samstag wieder vor eine
neue Herausforderung gestellt, alle Kinder davon zu überzeugen uns zu helfen
die ungeliebte Aufgabe auszuführen. Aber eigentlich haben wir es immer ganz
gut geschafft die vorgegebene Menge zu sortieren.
Manchmal haben die
Kinder während des Sortierens gesungen, das war immer schön mit anzuhören und
hat die Stimmung auch immer aufgelockert.
Das Leben
in Kenia wird eh sehr durch Musik und Tanz geprägt. Wenn die Kinder einmal
angefangen haben zu singen und zu tanzen, dann waren sie oft nicht mehr zu
halten. Und selbst der kleine Flori schwingt schon immer fleißig seine
Hüften. Das Rhythmusgefühl ist den Kindern hier einfach schon mit in die
Wiege gelegt worden. Das war immer sehr schön mit anzusehen, wenn alle Kinder
oder auch nur ein paar fröhlich gesungen haben. Im Großen und Ganzen sind die
Kinder im Waisenheim sehr umgängliche und zufriedene Kinder, die nicht
rumjammern und nicht viel weinen. Auch auf den Straßen wenn mir Mütter mit
Kindern entgegen gekommen sind, waren diese meist zufrieden, man sieht selten
mal ein Kind weinen. Das finde ich ist in Deutschland oft anders. Die Kinder
sind sehr viel schneller unzufrieden und weinen auch viel schneller wegen
Kleinigkeiten.
Ich bin froh das ich diese ganzen
Erfahrungen hier in Kenia sammeln durfte, die Arbeit mit den Kindern hat mir
sehr viel Freude bereitet und am schönsten war es immer wenn man den Kindern
eine Freude machen konnte und wenn man gemerkt hat, das sie einem dankbar
sind, dass man da ist.
Ich hoffe, dass ich durch unsere beiden
Patenkinder Bahati und Willi einen guten Kontakt zum Waisenhaus und zu allen
Angestellten halten kann und dass es nicht das letzte Mal für mich hier in
Kenia war.
Vielen Dank an Petra und Helmut es
war eine schöne Zeit die ich nicht vergessen
werde!
Asante sana und Kwa heri Sabine
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